Ladebilanz

E-Auto im Winter laden: was Kälte beim Laden kostet

Ein kalter Akku nimmt Strom langsamer auf, und ein Teil der Energie geht ins Aufheizen. Wie viel das ausmacht, hängt stark vom Auto und von der Temperatur ab. Hier stehen Messwerte aus Tests, jeweils mit den Bedingungen, unter denen sie entstanden sind.

Schnellladen mit kaltem Akku dauert länger

Der ÖAMTC hat bei rund 0 °C an einer 300-kW-Säule geladen: einmal mit einem Akku, der mindestens 10 Stunden abgestellt war, einmal direkt nach der Fahrt. So viel länger dauerte das Laden mit kaltem Akku:

  1. Peugeot e-2008+26 minca. 95 → ca. 40 kW
  2. Cupra Born 77 kWh+22 minca. 150 → 75 kW
  3. Hyundai Ioniq 5 72,6 kWh+15 min
  4. Kia e-Niro+13 min
  5. Tesla Model 3 SR++8 min
  6. VW ID.3 58 kWh+8 min
  7. VW ID.4 77 kWhca. +8 min
  8. Audi Q4 40+2 min

Quelle: ÖAMTC, Ladeverhalten im Winter (Seite ohne Datum). Ladeleistung daneben: warm → kalt.

Der ADAC kommt zu ähnlichen Ergebnissen: Ohne vorgeheizten Akku brauchte ein Tesla Model Y 56 statt 33 Minuten. Ein VW ID.3 lädt bei 23 °C zeitweise mit 125 kW, bei −7 °C startet er mit unter 50 kW. Quelle: ADAC, 18.03.2026

Vorheizen hebt den Effekt weitgehend auf. Beim NAF-Wintertest 2026 in Norwegen wurde die Akkuheizung zwei Stunden vor dem Laden gestartet, bei etwa −10 °C an der Säule. 14 von 24 Autos luden dann von 10 auf 80 % etwa in der Zeit, die der Hersteller angibt, 6 sogar schneller. Quelle: NAF, 10.02.2026

Ladeverluste: wie viel Strom bei Kälte verloren geht

Der ADAC hat an einer 300-kW-Säule jeweils 30 kWh geladen und gemessen, wie viel davon im Akku ankommt. Der Verlust in Prozent:

Auto23 °Cvorgeheizt0 °Cvorgeheizt0 °Ckalt
Hyundai Ioniq 61 %1 %6 %
Renault Mégane4 %6 %8 %
Tesla Model Y3 %4 %10 %
VW ID.33 %5 %7 %

Die Säule selbst verliert bei der Umwandlung im Schnitt 3 %. Heizt das Auto den Akku erst an der Säule auf, kommen laut ADAC 2 bis 8 % dazu. Vorheizen während der Fahrt spart Ladezeit, aber keine Energie: Der Strom für die Heizung kommt dann aus dem Akku. Quelle: ADAC-Studie Ladeverluste, Stand 06.08.2026

Für das Laden an der Wallbox gibt es keine systematische Messreihe bei Frost. Die ADAC-Werte für AC-Laden (rund 5 bis 7 % an der 11-kW-Wallbox, 13 bis 24 % an der Haushaltssteckdose) wurden mit warmem Akku gemessen. In einer älteren ADAC-Messung stieg der Verlust eines VW ID.3 durch die Akkuheizung in seltenen Fällen auf bis zu 20 %. Quelle: ADAC, 13.09.2022

Vorheizen am Ladekabel

Wer das Auto heizt, solange es am Kabel hängt, nimmt die Energie aus dem Netz statt aus dem Akku. Weniger Energie braucht das Aufheizen dadurch nicht, aber die Reichweite bleibt erhalten. Im ADAC-Test bei −10 °C brauchte das Aufheizen des Innenraums auf +20 °C:

  1. Hyundai Kona1,5 kWh
  2. Fiat 500e1,5 kWh
  3. Tesla Model Y1,6 kWh
  4. Renault Zoe1,8 kWh
  5. VW e-Up2,0 kWh
  6. BMW iX2,0 kWh
  7. VW ID.32,3 kWh

Aufheizen im Stand in der Kältekammer. Der BMW iX war nach 12,5 Minuten bei 20 °C, ID.3 und Kona nach etwa 25 Minuten; Zoe, e-Up und Model Y schafften es in 40 Minuten nicht. Die Temperatur danach zu halten, kostete 1,5 bis 2 kW. Quelle: ADAC, 16.12.2022.

Was das in Euro bedeutet, hängt von deinem Strompreis ab: Multipliziere die kWh mit deinem Preis pro kWh, oder rechne deinen Winterverbrauch im Ladekosten-Rechner.

Tipps zum Laden bei Frost

Nach der Fahrt laden
Der ADAC rät, am Ende einer Fahrt zu laden, wenn der Akku warm ist, und nicht mit kaltem Akku vor Fahrtbeginn schnellzuladen. Der Akku fühlt sich laut ADAC bei 20 bis 40 °C am wohlsten.
Vor dem Schnellladen vorheizen
Die Ladesäule im Navi als Ziel eingeben oder die Vortemperierung von Hand starten. Tesla empfiehlt, mindestens 30 bis 45 Minuten vor Ankunft zur Säule zu navigieren.
Bis 80 % laden
ADAC und ÖAMTC raten im Alltag zu 80 %. Wer an der Säule nach Zeit bezahlt, sollte laut ÖAMTC nicht direkt nach langer Standzeit laden.
Längere Standzeit
Den Akku laut ADAC bei 30 bis 70 % abstellen, im Winter am besten in der Garage. Tesla rät, das Auto eingesteckt zu lassen, damit der Akku warm gehalten werden kann.
Reserve einplanen
Im ADAC-Staustest bei −9 bis −14 °C verbrauchte eine Renault Zoe in 12 Stunden mit Heizung rund 70 % ihres Akkus. Mehr zum Reichweitenverlust auf Reichweite im Winter.

Quellen: ADAC, Akku schonen (09.03.2026), ADAC, E-Auto im Winter (20.11.2024), Tesla-Handbuch Model 3, ÖAMTC (s. o.).

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Häufige Fragen

Dauert Laden im Winter länger?

Ja, vor allem am Schnelllader mit kaltem Akku. Der ÖAMTC hat bei rund 0 °C gemessen: Mit einem Akku, der mindestens 10 Stunden abgestellt war, dauerte das Laden je nach Auto zwischen 2 Minuten (Audi Q4 40) und 26 Minuten (Peugeot e-2008) länger als direkt nach der Fahrt.

Wie viel Strom geht beim Laden im Winter verloren?

Der ADAC hat an einer 300-kW-Säule bei 0 °C ohne Vorheizen 6 bis 10 % Verlust gemessen, mit vorgeheiztem Akku 1 bis 6 %. Bei 23 °C waren es 1 bis 4 %.

Soll ich vor dem Schnellladen den Akku vorheizen?

Ja, wenn du Zeit sparen willst. Beim NAF-Wintertest 2026 luden die meisten Autos mit vorgeheiztem Akku bei etwa −10 °C fast in der vom Hersteller angegebenen Zeit. Energie spart das Vorheizen während der Fahrt laut ADAC aber nicht.

Wie viel Strom braucht das Vorheizen am Ladekabel?

Im ADAC-Test brauchte das Aufheizen des Innenraums von −10 auf +20 °C zwischen 1,5 kWh (Hyundai Kona, Fiat 500e) und 2,3 kWh (VW ID.3). Am Kabel kommt dieser Strom aus dem Netz, der Akku bleibt voll.

Wann sollte ich im Winter laden?

Der ADAC rät, nach der Fahrt zu laden, solange der Akku warm ist, und im Alltag bis 80 %. Bei längerer Standzeit den Akku bei 30 bis 70 % abstellen.