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Schnellladen an Autobahnen: Bund öffnet Rastanlagen für Investoren

Private Betreiber sollen an unbewirtschafteten Rastanlagen zusätzliche Pkw-Schnelllader bauen. Die Ausschreibung ist für Frühjahr 2027 geplant.

Ladebilanz-Redaktion ·

An deutschen Autobahnen sollen mehr Schnellladesäulen für Elektroautos entstehen. Das Bundesministerium für Verkehr und die Autobahn GmbH des Bundes geben dafür zusätzliche Flächen an unbewirtschafteten Rastanlagen frei, also an Parkplätzen ohne Tankstelle und Raststätte. Bauen und betreiben sollen die Ladeparks private Investoren. Die Ausschreibung soll im Frühjahr 2027 beginnen, das hat das Ministerium am 22. Oktober 2026 mitgeteilt.

Was geplant ist

Zunächst startet die Autobahn GmbH in Kürze eine Marktkonsultation, in der sie die Eckpunkte des Vorhabens mit möglichen Investoren bespricht. Danach folgt ein wettbewerbliches Vergabeverfahren. Anders als beim Deutschlandnetz legt der Bund nicht fest, wie groß ein Standort wird: Die Betreiber entscheiden selbst über Zahl und Ausstattung der Ladepunkte. Das Verfahren soll für Investoren möglichst einfach sein und zugleich eine angemessene Qualität und transparente Preise für die Nutzer sichern. Das Ministerium rechnet mit Investitionen im dreistelligen Millionenbereich. Als Grund nennt es den wachsenden Markt: Schon mehr als jedes vierte neu zugelassene Auto fahre rein elektrisch.

Was es schon gibt

Die neuen Flächen ergänzen das Deutschlandnetz. Dieses vom Bund mit rund 2,3 Milliarden Euro finanzierte Programm umfasst rund 9.000 Schnellladepunkte an mehr als 1.000 Standorten, davon 200 an unbewirtschafteten Autobahnrastanlagen. Dort garantiert der Bund mindestens 200 kW Ladeleistung je Auto, bezahlt werden kann mit Kredit- oder Debitkarte. Hinzu kommt ein eigenes Schnellladenetz für E-Lkw mit rund 4.200 Ladepunkten an 350 Rastanlagen.

Was das für E-Auto-Fahrer bedeutet

Mehr Ladeparks an der Autobahn sollen Umwege und Wartezeiten auf langen Strecken verringern. Kurzfristig ändert sich aber nichts: Vor 2027 wird nicht vergeben, und wann die ersten zusätzlichen Säulen in Betrieb gehen, hat das Ministerium nicht gesagt. Offen sind auch die Zahl der Standorte, wo sie liegen und welche Vorgaben für die Ladepreise gelten. Die Ankündigung spricht nur allgemein von transparenten Preisen.

Was eine Ladung an der Autobahn heute kostet, hängt stark von Anbieter und Tarif ab. Die aktuellen Preise der großen Ladetarife stehen im Ladekarten-Vergleich, was 100 Kilometer je nach Ladeort kosten, zeigt die Seite zu den Ladekosten.

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